Viehscheid 2008
Viehscheid-Zeit im Allgäu - bei uns in Obermaiselstein werden 30.000 Gäste erwartet, wenn am 20. September das Vieh von den Weiden wieder zurück in die Täler kommt - das ist schon ein unglaublicher Erlebnis.
Wir zitieren www.obermaiselstein.de:
Die letzten Tage vor dem Alpabtrieb sind für die Älpler besonders arbeitsintensiv. Die großen Zugschellen, der Stolz jedes Hirten, werden auf Hochglanz poliert, deren Fransen gebürstet und für die Herde werden kleine Sträuße als Kopfschmuck gebunden. Beim Alpauszug selbst kommen viele fleißige Helfer zur Unterstützung auf die Alpe. Die Tiere werden in den Stall getrieben und angebunden. Dort tauschen die Helfer die Weidschellen gegen die geputzten Zugschellen aus. Jede Herde bekommt ihr eigenes Klangbild und jedem Alpfreund läuft ein wohliger Schauer über den Rücken, wenn eine Herde mit prächtigem Schellengeläut ins Tal und durch den Ort zieht.
Was für Laien nur den Eindruck von lautem Getöse hervorruft, ist für den Kenner Musik in seinen Ohren.
Je nach Entfernung vom Scheidplatz setzt sich die Herde am Tag des Alpabtriebes zu bestimmter Zeit in Bewegung. Der Viehscheid hat nicht mit Abschied zu tun - der Begriff bedeutet vielmehr, dass der Hirte die Tiere aus der Herde “scheidet” und an die Bauern zurückverteilt. In Obermaiselstein wird der Viehscheid noch in alter Manier abgehalten. Zunächst in einen großen, trichterförmigen Einschlag getrieben, kann jeweils nur ein Tier durch einen Gang am Trichterende hinausgelangen. Dort steht der Älpler und ruft die Besitzer auf, ihr Vieh abzuholen.
So sehr sich die Tiere für den Unkundigen auch ähneln mögen, der Hirte erkennt jedes Einzelne mit Sicherheit an winzigen Unterschieden, als käme es aus dem eigenen Stall. Nach getaner Arbeit heißt man die “Kollegen” aus den anderen Alpen willkommen und “huigartet” ein bißchen, bevor man gemeinsam zum Mittagessen geht. Der Tag klingt mit einem Scheidball im Festzelt zu Ehren der Alphirten und Alpmeister bei zünftiger Musik aus.
Die Sache mit dem “Kranz”
Wenn der ca. 3 monatige Alpsommer ohne Unfall oder Verlust eines Tieres verlaufen ist, führt der Hirte ein Kranzrind vor der Herde am Halfter. Da der Älpler jedes Tier einzeln kennt, wählt er zum Ende des Sommers das schönste Rind aus der Herde zum Kranzrind.
Der Kranz wird im Oberallgäu aus natürlichen Materialien gebunden: Tannenzweige, Ebereschen, Silberdisteln und andere bunte Bergblumen bilden die Krone, die meistens ein Kreuz enthält, mit dem der Schutz Gottes erfleht werden soll. Seit alters her gehört auch ein Spiegel in den Kranz - er soll die bösen Geister abwehren.
Viehscheid in Obermaiselstein
In Obermaiselstein findet einer der größten Alpabtriebe des Allgäus statt. Ungefähr 1.200 Stück Vieh von 11 Alpen kommen an diesem Tag ins Tal zurück um nach dem „Urlaub“ auf der Alpe wieder an ihre Besitzer zurückverteilt zu werden. Die erste Alpe trifft um ca. 9 Uhr in Obermaiselstein an, die letzte gegen 13 Uhr. Im großen Bierzelt neben dem Scheidplatz sorgen zwei Blaskapellen für zünftige Unterhaltung. Abends um 20 Uhr startet dort der „Scheidball“, bei dem sich Hirten, Bauern, Gäste und Einheimische bei einer Maß Bier treffen, der Musik zuhören und gestiftete „Viehschellen“ an die Älpler verlost werden.
Der Termin 2008 ist der 20. September
Eine besondere Attraktion, sozusagen einen „Blick hinter die Kulissen“ können Sie im Rahmen unserer „Viehscheidtour“ werfen, die mit unserem Wanderführer Wolfgang am Vortag des Viehscheids stattfindet. Genauere Informationen finden Sie ab Frühling 2008 unter dem Punkt „Veranstaltungen“, die Anmeldung erfolgt in der Gästeinformation.


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